AlpcCraft stellt Klettersteige vor 2: Ausrüstung und Schwierigkeitsskala der Via Ferratas
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Inhaltsverzeichnis
Die erste Folge der Klettersteig-Serie war gewissermaßen eine Einführung, jetzt werde ich konkret. Ausrüstung und Kenntnis der Schwierigkeitsskala von Via Ferratas sind Schlüsselelemente, die für deren Erkundung notwendig sind. Also - was genau brauchst du, um auf den Eisenwegen zu gehen? Die vorherige Folge meiner Klettersteig-Serie - 1. Was ist eine Via Ferrata und ihre Geschichte
Klettergurt für Via Ferratas und Kletterhelm
Ausrüstung für Via Ferratas
Neben der Standard-Bergausrüstung brauchst du zum Begehen von Via Ferratas einige unverzichtbare Elemente. Glücklicherweise kosten sie kein Vermögen und in diesem Fall lohnt es sich, Ausrüstung einer bewährten Bergmarke zu kaufen. Das Grundelement ist der Klettergurt. Er kann ein normaler Klettergurt sein oder auch ein spezieller für Klettersteige - leichter. Ob Hüft- oder Brustgurt, das hängt von dir und deinem Komfort ab. Wichtig ist, dass der Gurt gut angepasst ist - bei längeren Touren kann ein schlecht angepasster Gurt zum Albtraum werden. Bei schwerem Rucksack ist angeblich ein Brustgurt sicherer, da er das Risiko des Herausrutschens beim Sturz und des Kopfüberdrehens verringert. Wenn du planst, in Zukunft zu klettern oder Hochgebirgstouren zu machen, kaufe gleich einen Klettergurt. Klettersteig-Gurte sind leichter, haben aber deutlich weniger Anwendungsmöglichkeiten. Der Kletterhelm ist das letzte absolut unverzichtbare Element mit entsprechender Belüftung. Und er muss von Anfang bis Ende der Via Ferrata auf dem Kopf sein! Besonders die beliebteren Routen sind zahlreichen Steinschlägen von den Schuhen der über uns gehenden Wanderer ausgesetzt.Klettersteigset Das sogenannte Klettersteigset ist ein weiterer für unsere Sicherheit entscheidender Teil der Ausrüstung. Es besteht unter anderem aus einem Falldämpfer, dessen Aufgabe es ist, den Hauptaufprall bei einem Sturz von der Wand abzufangen. ACHTUNG: Via Ferratas sind nicht wie Klettern, wo Stürze von der Wand an der Tagesordnung sind. Auf Klettersteigen stürzt man nicht, jeder Sturz macht dein Klettersteigset unbrauchbar. Das ist sehr wichtig!Handschuhe und Rastschlinge mit Karabiner Generell kaufe die Ausrüstung neu, es ist keine riesige Ausgabe - ein einigermaßen anständiges Set kann man für bis zu 150€ bekommen. Wichtig ist, dass es entsprechende Zertifizierungen hat, deshalb lohnt es sich, bei bekannten Bergmarken zu bleiben. Neben der Standardausrüstung für Via Ferratas lohnt es sich auch, spezielle, verstärkte Handschuhe zu haben. Bei längeren oder schwierigeren Routen können unsere Hände wirklich ordentlich leiden. Bei anspruchsvolleren Touren ist eine Rastschlinge mit Karabiner ein unschätzbares Zubehör (sofern sie nicht bereits im Klettersteigset integriert ist). Wir können uns daran aufhängen und von Zeit zu Zeit ausruhen. Ein wirklich nützliches Gadget!
Schwierigkeitsskala der Via Ferratas
Ein weiteres sehr wichtiges Element in diesem Klettersteig-Puzzle ist die Kenntnis der Schwierigkeitsskala. Dank ihr können wir die Route optimal an unsere Möglichkeiten anpassen. Jede Ferrata hat ein sogenanntes Topo, das man normalerweise problemlos aus dem Internet herunterladen und ausdrucken kann. Es ist ein bildlicher Plan der gesamten Ferrata mit Kennzeichnung der Schwierigkeiten einzelner Abschnitte. Die Endschwierigkeit der Ferrata entspricht oft der Bewertung des schwierigsten Abschnitts. Aber das ist nicht immer so. Manchmal ist die Ferrata selbst einfacher, hat aber eine höhere Bewertung wegen des langen Zustiegs oder Abstiegs. Oder wegen fehlender Notausstiege oder Sonnenexposition. Es lohnt sich, die Beschreibung genau zu lesen und gründlich zu analysieren! Die Frage der Schwierigkeitsskala selbst ist nicht so einfach, wie es scheinen mag. Wie es manchmal so ist -
andere Länder, andere Sitten! Und leider hat jedes Alpenland seine eigene Skala. Ich verwende die, die ich am besten kenne - die österreichische. Und diese werde ich gleich genauer erklären. Unten hast du eine Übersicht der Skalen in den einzelnen Ländern:
Jetzt erkläre ich jeden Schwierigkeitsgrad der Via Ferratas. Ich verwende die in Österreich gebräuchliche Skala. In der obigen Tabelle sind auch kombinierte Stufen hervorgehoben, z.B. B/C, was bedeuten kann, dass die Ferrata insgesamt Schwierigkeit B hat, aber einige kurze C-Momente hat. Noch einmal erinnere ich an die genaue Analyse der Beschreibung! A - leicht. Oft ist so ein normaler Weg mit Stellen größerer Exposition oder einigen kurzen Leitern oder Ketten gekennzeichnet. Normalerweise ist auf Routen dieser Schwierigkeit keine Ausrüstung notwendig und auch unerfahrene Personen oder Kinder können sie bewältigen. B - mittel. Hier wird es schon steiler, mit Tritten im Fels, längeren Seilen oder Leitern, die steiler sind. Einfache Seilbrücken sind möglich. Bei Routen dieser Schwierigkeit beginnen Stellen zu erscheinen, wo Armkraft benötigt wird. Auch erfahrene Wanderer sollten Sicherung verwenden. Für Anfänger oder Kinder wird die Verwendung eines zusätzlichen Sicherungsseils empfohlen.Das ist ein typischer Abschnitt der Schwierigkeit C. Hier muss man wirklich aufpassenC - schwierig. Hier hört der Spaß auf. Eine Route dieser Schwierigkeit kann für unerfahrene Personen oder solche ohne Kondition gefährlich sein. Die Abstände zwischen Klammern oder Griffen sind größer, und die Passage selbst erfordert stellenweise erhebliche Armkraft. Man muss auf jeden Fall mit großer Exposition und Höhenunterschieden rechnen. Leitern können lang und völlig senkrecht sein, und Seilbrücken erfordern erhebliche Balance und Konzentration. Kinder und Anfänger haben hier nichts zu suchen. D - sehr schwierig. Senkrechte Wand praktisch über die gesamte Länge, sehr wenige Rastpunkte. Geringe Anzahl von Hilfselementen und große Abstände zwischen ihnen. Kenntnis von Klettertechniken und entsprechenden Bewegungsmustern sowie erhebliche Kraft sind notwendig. Nur für erfahrene Klettersteig-Geher, weniger Erfahrene werden ein zusätzliches Seil als Sicherung benötigen. E - extrem schwierig. Sehr lange senkrechte Abschnitte, oft überhängend. Seltene Rastplätze. Enorme Kraft und einwandfreie Technik sind für diese Art von Routen erforderlich. Nur für sehr erfahrene Sportler. Selbst gute und starke Kletterer werden hier zusätzliche Seilsicherung benötigen. Das wäre es zum Thema Schwierigkeitsskala. Mach dich gut damit vertraut, denn sie ist der Schlüssel zur guten Routenplanung!
Und wie geht es weiter?
Der dritte und letzte Beitrag dieser Serie wird eine kleine Zusammenfassung des bisher erworbenen Wissens sein. Und du wirst lernen, es in der Praxis anzuwenden. Ich werde dir die grundlegenden Regeln der Routenplanung und des Bewegens auf Klettersteigen vorstellen. Also sei bereit! Wie hat dir mein Beitrag gefallen? Oder hat vielleicht etwas Wichtiges gefehlt? Lass es mich in den Kommentaren wissen!