Pottschacherhütte: Familienfreundlicher Wanderweg mit Kunstgalerie im Hintergrund
Dauer2h
Entfernung5,1 km
Aufstieg281 m
Abstieg287 m
Familie2h5,1 km650 – 915 m
Inhaltsverzeichnis
Solche Ausblicke hatten wir schon ganz am Anfang
Zum Start
April, zwanzig Grad, kein Wind. Solche Bedingungen in der Nähe von Wien sind selten und müssen sofort genutzt werden. Wir suchten etwas Kurzes, mit einer Hütte am Ende und der Möglichkeit, einen Sechsjährigen mitzunehmen, ohne dass er auf halber Strecke rebelliert. Die Pottschacherhütte tauchte in Gesprächen mit Einheimischen so oft auf, dass wir schließlich nachschauen mussten, was der ganze Wirbel soll. Spoiler: Der Wirbel war berechtigt. Der Anfang des Weges im Wald war sehr sanft
Charakteristik des Wanderweges
Start im Zentrum von Prigglitz, beim Gemeindeamt – das Auto parkt man buchstäblich neben der Wandertafel. Rote Markierungen führen von den ersten Metern an bergauf. Es gibt hier keinen langweiligen Aufwärmabschnitt durch den Wald – das Panorama öffnet sich praktisch sofort und wird mit jedem gewonnenen Höhenmeter nur besser.
Fünf Kilometer Distanz und knapp 300 Höhenmeter sind gleichmäßig verteilt, ohne fiese Überraschungen im Stil von "die letzten 200 Meter senkrecht nach oben". Der Weg ist breit, gut gepflegt, stellenweise steinig, aber nirgends braucht man Sicherung oder muss das Kind an der Hand halten. Zwei Stunden reine Gehzeit – mit Pausen kommt man eher auf drei.
Interessante Verbindung von Kunst und Natur Der Rückweg über Gasteil ist eine ganz andere Geschichte. Der letzte Kilometer führt durch Gut Gasteil – eine sechzehn Hektar große Freiluft-Kunstgalerie. Großformatige Skulpturen und Installationen sind über die Wiesen verstreut, zwischen denen Kühe grasen. Surrealismus in seiner besten Form. Der Sechsjährige war überzeugt, dass wir in irgendeinem Film gelandet sind. Einer der steileren Momente der Wanderung
Für wen ist dieser Wanderweg?
Das ist ein klassischer Familienausflug. Keine Exposition, keine Ketten, kein Geröll. Wenn dein Kind in der Lage ist, eine Stunde zu gehen, ohne getragen zu werden, schafft es das. Mein Sechsjähriger, der regelmäßig mit uns in die Berge geht, kam ohne Meckern hoch – aber ich habe auch Familien mit Vierjährigen gesehen, die genauso gut zurechtkamen.
Erforderliche Kondition? Solide 3/10. Das ist kein Training für den Großglockner. Aber die 281 Höhenmeter existieren, also wird ein kompletter Couchpotato seine Waden spüren.
Für Hardcore-Bergsteiger: Betrachte das als Vorspeise. Von der Pottschacherhütte kannst du weiter zur Waldburgangerhütte, zum Knofeleben gehen, und wenn du genug Energie und Ehrgeiz hast – sogar auf den Schneeberg (2074 m ü.M.). Dann wird es ernst. Pottschacherhütte - unser Ziel
Hütten und Logistik
Parkplatz beim Gemeindeamt in Prigglitz – kostenlos, etwa ein Dutzend Plätze. An Wochenenden kann es voll werden, aber nicht dramatisch.
Die Pottschacherhütte (914 m ü.M.) ist seit 1962 in Betrieb, und man merkt, dass die Wirtsleute wissen, was sie tun. Die Portionen sind ordentlich, die Preise für alpine Verhältnisse fair. Klassische Jause mit lokalem Käse und Wurst, oder Kaiserschmarrn für diejenigen, die finden, dass Süßes nach dem Aufstieg ein Muss ist. Das Bier ist kalt, der Blick von der Terrasse auf die umliegenden Grate – was will man mehr? Blick Richtung Semmering und Stuhleck
Ausrüstung? Normale Wanderschuhe reichen aus. Stöcke optional, Grödel unnötig. Im April war der Weg trocken, aber nach Regen können die Steine rutschig sein – dann sind Stöcke nützlich.
Interessantes für Geschichtsliebhaber: Prigglitz war ein uraltes Kupferabbaugebiet aus der Bronzezeit. Ausgrabungen von 2010-2014 haben hier ein ganzes Produktionszentrum freigelegt – Bergwerke, Bergmannssiedlungen, Gießereiwerkstätten. Das Kupfer von hier war so rein, dass es in ganz Mitteleuropa gehandelt wurde. Heute ist von den Bergwerken keine Spur mehr, aber das Wissen, dass man auf Boden tritt, den Menschen vor 3000 Jahren ausgebeutet haben, verleiht dem Ort Tiefe.
AlpsCraft-Urteil
Der perfekte Tagesausflug, wenn du deinem Kind die Berge zeigen willst, ohne ein Trauma zu riskieren – und als Dessert bekommst du eine Kunstgalerie, die du nirgendwo in den Alpen erwarten würdest.
Dies ist ein vereinfachtes Höhenprofil, das den höchsten und niedrigsten Punkt des Weges zeigt. Für ein detailliertes GPS-verfolgtes Höhenprofil verwenden Sie bitte eine dedizierte Wander-App.